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Die Queich – warum das Meer für mich hier beginnt

An manchen Tagen ist die Queich nur ein leiser Hintergrundsound in meinem Alltag.
Das Plätschern, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin. Das Rauschen, wenn der Wind durch die Bäume am Ufer fährt. Der Geruch von feuchter Erde, nassem Laub und Sommerwiese.

Für mich beginnt hier nicht nur ein Spaziergang. Für mich beginnt hier das Meer.

Wenn ich an der Queich stehe und dem Wasser zusehe, weiß ich: Jeder Tropfen ist unterwegs. Erst in den Rhein. Und von dort weiter in den Ozean. Was hier passiert, bleibt nicht hier – es landet irgendwann dort, wo viele Menschen ihren Urlaub verbringen und von „unberührter Natur“ träumen.

Die Queich ist kein großer Fluss – vielleicht ist es gerade deshalb, dass sie für mich so besonders ist. Sie fließt direkt an meinem Dorf vorbei und begleitet mich täglich beim Spaziergang mit meinem Neufundländer. Mein Hund liebt das Wasser genauso wie ich – und damit auch die Queich.

Leise, unscheinbar, oft übersehen: Für viele ist sie einfach „die Queich“. Für mich ist sie Erinnerungsort, Lebensraum und Verbindung zugleich – eine Verbindung, die weit hinaus ins Meer reicht.

Schon als Kind habe ich unzählige Stunden an der Queich und ihren Nachbarbächen verbracht. Ich spielte im Wasser, beobachtete Tiere, baute Staudämme aus Ästen und erlebte die Jahreszeiten am Fluss. Damals kannte ich keine Worte wie Biodiversität oder Gewässerschutz, doch ich spürte instinktiv: Dieser Ort prägt mich. Die Queich war mein erster echter Naturraum.

Das Ottersheimer Teilungswehr von oben

Heute weiß ich: Genau hier beginnt das Meer. Alles, was in unsere Bäche und Flüsse gelangt – Plastik, Mikroplastik, Nährstoffe aus der Landwirtschaft, unser tägliches Handeln – endet irgendwann in den Ozeanen. Die Queich fließt in den Rhein, und der Rhein ins Meer. Was wir hier zulassen oder verhindern, wirkt weit über unsere Region hinaus.

Die Queich in Kürze

Diese Eckdaten helfen dir, die Queich einzuordnen, bevor wir tiefer einsteigen:

  • Länge: ca. 52 km (Quelle bei Hauenstein bis Rhein bei Germersheim)
  • Zuflüsse: Wellbach, Waldhäuser Bach, Fuchsbach
  • Wasserstand: stark schwankend je nach Niederschlag

Hydrologie & Zuflüsse

Die Queich wird von mehreren kleineren Bächen gespeist, darunter der Wellbach und der Waldhäuser Bach. Diese Zuflüsse machen das Ökosystem besonders vielfältig. Je nach Jahreszeit und Niederschlag schwankt der Wasserstand stark: Hochwasser kann Ufer, Wiesen und Tierleben beeinflussen, während Trockenperioden die Vegetation herausfordern.

Ein besonders schöner Ort ist das Teilungswehr in Ottersheim. Es wurde 1772 aus schweren Steinquadern errichtet und 1983 renoviert. Das Wehr teilt das Wasser der Queich (3/5) und des künstlich geschaffenen Spiegelbachs (2/5). Bereits 1743 gab es an dieser Stelle einen steinernen Vorgänger. Auf den Quadern entdeckt man Zahlen von 13 bis 18 – Schlüsselnummern aus der 1784 erlassenen „Kurpfälzischen Queichbachordnung.

Am Ottersheimer Teilungswehr beginnt für mich der Weg von der Queich zum Meer.

Der Spiegelbach fließt durch den Bellheimer Wald, vorbei an der Knittelsheimer Mühle nach Bellheim. Auf dem Weg spaltet sich die Sollach ab, ein weiteres künstliches Gewässer, das Kurfürst Friedrich II. bereits im 16. Jahrhundert zur Versorgung seines Jagdschlosses Friedrichsbühl nutzte.

Heute dient das Wehr auch der Freizeit: Füße ins Wasser, Insekten beobachten – Libellen, Wasserläufer, Bachforellen, Alande, Stockenten, Blässhühner und Biber sind hier zu Hause. Schilder an der Holzhütte informieren über die jahrhundertealte Queichwiesenbewässerung. Das Wasser wird zweimal jährlich kontrolliert auf die Wiesen geleitet, um Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere zu schaffen. Mehr Infos: queichwiesen.de.

Geschichte der Queichwiesen

Die Queich entspringt bei Hauenstein und fließt über Landau bis Germersheim, wo sie in den Rhein mündet. Seit Jahrhunderten prägt sie das Leben in der Region als Wasserquelle für Landwirtschaft, Natur und Siedlungen.

  • Mittelalterliche Regulierung: Erste Belege aus 1428, als Kurfürst Ludwig die Wasserentnahme am „Fuchsloch” genehmigte.
  • Kurpfälzische Queichbachordnung: 1784 erlassen.
  • Kreuznacher Vertrag: 1815 zur Konfliktvermeidung zwischen Gemeinden, Landwirten und Müllern.

Die Queichwiesen waren extrem wichtig für Landwirtschaft und Tierhaltung:

  • Rieselbewässerung: steigerte Wachstum der Vegetation
  • Düngung: Wasser diente als natürlicher Dünger
  • Lebensgrundlage für Tiere: entscheidend für Milchvieh und Zugtiere

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts blieben in Deutschland viele Bewässerungssysteme erhalten – insbesondere in den Queichwiesen, vor allem in Offenbach und Ottersheim.

Mehr Informationen zu den Queichwiesen gibts hier 👉🏻 https://queichwiesen.de

Naturschutz und Artenvielfalt an der Queich

  • Vögel: Weißstorch, Kiebitz, Rohrsänger
  • Amphibien: Frösche, Molche
  • Fische & Säuger: Bachforelle, Aland, Biber, Bisamratte
  • Pflanzen: Sumpfgräser, seltene Wiesenblumen

1996 wurde die Interessengemeinschaft Queichwiesen gegründet. Landwirte, Naturschützer, Kommunen und Bürger arbeiten gemeinsam an Erhalt und Pflege der Wiesen. Zwischen 2004 und 2008 fanden umfangreiche Restaurierungen statt, unterstützt von Land und Deutscher Bundesstiftung Umwelt. 2014 ging das Oberhochstadter Queichwehr wieder in Betrieb – heute können rund 450 Hektar Wiesen bewässert werden.

Digitale Projekte wie die Digitale Erlebniswelt Queichwiesen machen Natur, Geschichte und Technik für Besucher anschaulich und erlebbar.

Weißstorch – Wahrzeichen der Queichwiesen

Die Queichwiesen sind ein wahres Paradies für Weißstörche. Die feuchten Wiesen bieten ihnen reichlich Nahrung: Frösche, kleine Fische, Insekten und Amphibien – alles, was Störche für ihre Jungen brauchen. Die offene, ungestörte Landschaft der Queichwiesen ermöglicht sichere Brutplätze und ungestörtes Nestbauen.

Was auf unseren Feldern liegt, landet im Storchennest – und entscheidet mit darüber, ob Jungstörche überleben.

Dank der nachhaltigen Bewässerung und Pflege der Wiesen, die seit Jahrhunderten praktiziert wird, finden die Störche hier ideale Bedingungen vor. In Bornheim gibt es sogar eine Storch-Auffangstation, die verletzte oder geschwächte Tiere aufnimmt und wieder auswildert. So wird der Lebensraum Queichwiesen nicht nur für Störche geschützt, sondern aktiv dazu beigetragen, dass diese imposanten Vögel weiterhin hier leben und brüten können.

Pfalzstorch | Nestkamera | Storchenscheune

Müll im Nest – wenn Plastik zur Gefahr wird

Die Nestkamera der Auffangstation Pfalz zeigt eindrücklich, wie Müll in Storchennestern landet. Plastikteile, Folien oder Verpackungen werden von den Störchen manchmal als Baumaterial eingebaut – eine direkte Folge der Umweltverschmutzung, die in unseren Wiesen und Feldern beginnt. Das Foto dokumentiert diesen Effekt und macht deutlich, wie sehr Plastik bereits in lokalen Ökosystemen angekommen ist.

Für die Jungstörche wird dies besonders problematisch. Wenn Nester mit Plastik, Folien oder anderen Fremdmaterialien ausgepolstert werden, kann das Regenwasser nicht mehr richtig ablaufen. Die Nester werden feucht oder sogar wassergesättigt, was das Risiko für Unterkühlung, Krankheiten oder ein Absterben der Küken deutlich erhöht. Außerdem können sich die Tiere an scharfen Kanten oder in Plastik verhaken, was zusätzliche Gefahren für den Nachwuchs bedeutet.

Dieses Problem zeigt sehr anschaulich, wie lokale Umweltverschmutzung direkt das Überleben von Tieren beeinflusst und wie wichtig es ist, Abfälle von Wiesen, Feldern und Gewässern fernzuhalten.

Müll aus der Landwirtschaft

Neben Plastik gelangen auch Materialien von Feldern in die Nester. Bindegummis zum Zusammenbinden von Radieschen oder Zwiebeln und andere Restmaterialien werden von Störchen häufig aufgenommen. Für die Tiere sehen diese kleinen Gegenstände wie Nahrung aus – sie werden ins Nest gebracht, untersucht oder sogar an die Jungen verfüttert. Auch wenn dies instinktiv geschieht, zeigt es, wie sehr Müll und menschliche Abfälle direkte Auswirkungen auf das Überleben der Tiere haben.

Dieses Beispiel macht deutlich: lokales Handeln hat direkten Einfluss auf die Natur. Saubere Wiesen und Gewässer helfen den Störchen, sicher zu brüten, und zeigen, wie eng Umweltbewusstsein, Naturschutz und Alltag miteinander verbunden sind.

Projekte und Bildung an der Queich

Die Bewässerung erfolgt heute effizient gesteuert:

  • Messsysteme: schonende Wasserentnahme
  • Nachhaltige Landwirtschaft: unterstützt moderne Nutzung
  • Naturschutzinteressen: werden berücksichtigt

Mikroplastik-Beprobung entlang der Queich: Mit Schulen, Bürgern und Wasser3.0 wurden Proben entnommen, um die Belastung durch Mikroplastik zu dokumentieren.

Wenn du sehen möchtest, wie Mikroplastik aus der Queich tatsächlich untersucht wird, empfehle ich dir die Arbeit von Wasser 3.0 – dort siehst du, wie unsere Proben ausgewertet wurden: 👉🏻https://wasserdreinull.de/blog/naechste-flussbeprobung-auf-mikroplastik/

Das SWR‑Video zeigt eindrücklich in wenigen Minuten, wie Mikroplastik direkt in der Queich nachgewiesen wird – schau es dir an, wenn du das Thema lieber filmisch kennenlernen möchtest: 👉🏻 https://www.swr.de/~embed/swraktuell/rheinland-pfalz/mikroplastik-in-der-queich-114.html?

Wer ist Wasser 3.0 – und was machen sie genau?

Wasser 3.0 ist ein gemeinnütziges GreenTech-Unternehmen aus Karlsruhe, das sich seit 2020 auf die Bekämpfung von Mikroplastik und Mikroschadstoffen in Gewässern spezialisiert hat. Es entwickelt ganzheitliche Lösungen nach dem Motto “detect – remove – reuse”, um Verschmutzungen effizient zu erkennen, zu entfernen und weiterzuverwerten.

Kernmission

Das Unternehmen zielt auf flexible, energieeffiziente Verfahren ab, die Mikroplastik aus Trinkwasser, Abwasser oder Flüssen filtern – ohne teure Filtertechnik. Mit Hybridkieselgelen verklumpen die Partikel zu schöpfbaren Klümpchen, was über 95% Entfernung ermöglicht und UN-Nachhaltigkeitsziele unterstützt. Dr. Katrin Schuhen leitet das Team, das Bildung, Forschung und Citizen Science verbindet.

lobal Map of Microplastics

Die Global Map of Microplastics ist die weltweit erste interaktive Plattform zur standardisierten Kartierung von Mikroplastik in Gewässern. Bürger, Schulen und Forscher bestellen Analytik-Kits, nehmen Proben (z. B. aus Flüssen wie der Queich), analysieren sie und laden Daten hoch – alles wird live auf einer Weltkarte visualisiert. Sie ist Teil der EU-Mission “Ozeane und Gewässer bis 2030” und deckt Hotspots auf.

Praktische Anwendungen

Wasser 3.0 bietet “Wasser 3.0 detect” für schnelle Analysen und “remove” mit PE-X®-Technologie für Kläranlagen. Projekte wie NECKAR TOTAL oder DONAU 2850 mobilisieren Communities für Messungen. Eine App unterstützt die Datenerfassung und passt perfekt zu Initiativen wie deinem Queichwächter-Projekt oder Surfrider-Arbeit

Die beiden Bücher von Dr. Katrin Schuhen beleuchten Mikroplastik und Wasserschutz lebendig und lösungsstark. Sie verbinden persönliche Geschichten mit harter Wissenschaft, immer Cradle-to-Cradle produziert für Nachhaltigkeit.

Rebellin des Wassers (2024)

Dieses 224-seitige Sachbuch (Scorpio Verlag, 26 €) zeigt, wie wir unser Wasser retten – mit Vorwort von Boris Herrmann. Es mischt Autobiografie, Fakten zu Verschmutzung und praktische Tipps für Alltag, Politik und Wirtschaft. Du spürst die Leidenschaft: Wasserknappheit und Mikroplastik als dringende Bedrohung, aber mit machbaren Schritten.

Kriminalfall Mikroplastik (2026)

Heute (11.05.2026) erschienen: 150 Seiten (17 €), ein investigativer Krimi über das “Jahrhundertverbrechen” Mikroplastik. Schuhen ermittelt: Wer wusste was wann? Mit Daten aus Wasser-3.0-Forschung und Aufruf zu detect-remove-reuse. Es weckt Wut und Mut – perfekt für Eltern, Aktivisten wie dich.

Mein Fluss – mein Meer

Wenn ich heute an der Queich stehe, sehe ich nicht nur Wasser. Ich sehe meine Kindheit. Ich sehe Verantwortung. Ich sehe Verbindung: von der Wiese zum Fluss, vom Fluss zum Meer, von uns zu den nächsten Generationen. Die Queich erinnert mich daran, warum ich hinschaue, warum ich sammle, erkläre und aktiv werde. Das Meer beginnt hier.

Mein Engagement am Wasser

Deshalb schaue ich heute regelmäßig nach der Queich. Ich sammle Müll, kontrolliere den Wasserlauf und achte darauf, ob sich Treibgut, Äste oder Unrat an Engstellen ansammeln. Was nach Kleinigkeiten aussieht, kann für ein sensibles Gewässer große Auswirkungen haben.

Erlebe die Queich mit Rad und zu Fuß

🚲 Quickfacts:

  • Länge: ca. 58 km
  • Dauer: ca. 4 h reine Fahrzeit
  • Highlights: Pfälzerwald, Trifels, Weinberge, Queichwiesen, Germersheim
  • Karten: 👉🏻 Bikemap | 👉🏻 Outdooractive

Route & Highlights:

  • Hauenstein & Pfälzerwald: Quelle der Queich, Biosphärenreservat
  • Annweiler am Trifels: Reichsburg Trifels & historischer Ortskern
  • Weinorte & Weinberge: Siebeldingen, Albersweiler – Rast mit Weinprobe
  • Landau in der Pfalz: Universitätsstadt mit Cafés & Parks
  • Queichwiesen bei Ottersheim: Störche beobachten in naturnahen Feuchtwiesen
  • Germersheim: Historische Festungsstadt am Rhein

Praktisch: Viele Abschnitte abseits vom Verkehr. Bahnhöfe der Queichtal-Bahn erlauben flexible Tourplanung. E-Bikes, Tourenräder und klassische Fahrräder willkommen.

Links & GPX-Daten: 👉🏻 Tourplaner Rheinland-Pfalz | 👉🏻 Wikipedia Queichtalradweg

Queichbegleitender Weg in Germersheim

Der Queichbegleitende Weg in Germersheim ist weit mehr als nur ein Spazier- oder Radweg – er ist eine grüne Lebensader mitten durch die Stadt. Entlang der Queich, die im Pfälzerwald entspringt und hier in den Rhein mündet, verbindet der Weg Natur, Stadtgeschichte und moderne Naherholung auf besondere Weise.  

Ein Weg durch Natur und Stadtgeschichte

Die Queich spielt seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle für die Entwicklung Germersheims. Heute gilt sie als „grüne Lunge“ der Stadt und bietet eine ruhige Verbindung quer durch das Stadtgebiet.  
Entlang des Weges lassen sich Spuren der Vergangenheit entdecken – von alten Festungsanlagen bis hin zu historischen Bauwerken und ehemaligen Wasserstellen, die einst für das städtische Leben wichtig waren.

Besonders spannend ist, dass der Weg auch als „Willy-Brandt-Weg“ bekannt ist und damit moderne Stadtentwicklung mit historischer Identität verbindet.

Naturerlebnis mitten in der Stadt

Der Queichbegleitende Weg ist heute ein beliebter Ort für Spaziergänger, Radfahrer und Naturfreunde. Kleine Parks, ruhige Abschnitte am Wasser und schattige Wegeabschnitte machen ihn zu einem idealen Ort für eine kurze Auszeit im Alltag.

Ein Beispiel dafür ist der Garrechtpark, der als grüne Oase direkt am Weg liegt und Raum für Erholung bietet.  
Hier zeigt sich besonders gut, wie Natur und Stadt ineinandergreifen.

Ein Teil des großen Queichsystems

Die Queich verbindet als grüne Ader den Pfälzerwald mit der Oberrheinischen Tiefebene und mündet hier in Germersheim in den Rhein.
Der Weg in Germersheim ist dabei ein wichtiger Abschnitt dieses größeren Flusssystems und macht die Verbindung zwischen Landschaft und Stadt besonders erlebbar.

Die Queichmündung in Germersheim in den Rhein

Queichpark Landau – Natur, Wasser, Stadt

Der Queichpark in Landau ist ein spannender Ort, an dem Natur, Stadtentwicklung und Umweltbildung aufeinandertreffen. Entstanden im Rahmen eines Forschungs- und Stadtentwicklungsprojekts, zeigt der Park eindrucksvoll, wie Flussräume heute wieder naturnah gestaltet und gleichzeitig für Menschen erlebbar gemacht werden können.

Ein Park am Wasser – die Queich als Herzstück

Im Zentrum des Parks fließt die Queich – der Fluss, der unsere Region von den Höhen des Pfälzerwalds bis zum Rhein begleitet.
In Landau wurde ein Abschnitt dieses Flusses renaturiert und in eine moderne Grünanlage integriert. Dadurch ist ein lebendiger Naturraum entstanden, der Wasser, Vegetation und Erholung miteinander verbindet.

Besonders prägend sind die direkten Zugänge zum Wasser, kleine Stege, Sitzbereiche und naturnahe Uferzonen, die den Fluss wieder in den Alltag der Stadt zurückholen.

Reallabor Queichland – Forschung trifft Natur

Der Queichpark ist Teil des Projekts „Reallabor Queichland“, einer Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wissenschaft und Bürgerinnen und Bürgern. Auf rund sechs Hektar Fläche wird hier ausprobiert, wie nachhaltige Stadtentwicklung in der Praxis funktionieren kann.  

Dabei geht es nicht nur um Gestaltung, sondern auch um Umweltbildung. Besucher finden im Park verschiedene Lern- und Informationsstationen rund um Wasser, Ökologie und Klimaschutz.

Ein Ort zum Entdecken und Entspannen

Der Queichpark ist heute ein beliebter Treffpunkt für Spaziergänge, Familien und Radfahrer. Spiel- und Sitzmöglichkeiten, offene Wiesenflächen und naturnahe Bereiche machen ihn zu einem vielseitigen Erholungsraum.

Gleichzeitig bleibt der Charakter bewusst natürlich: Statt einer streng gestalteten Parkanlage steht hier das Zusammenspiel von Wasser, Pflanzen und Tierwelt im Vordergrund.

Nachhaltigkeit im Stadtbild

Der Queichpark zeigt, wie moderne Stadtplanung auf ökologische Herausforderungen reagieren kann. Durch die Renaturierung der Queich wird nicht nur die Biodiversität gefördert, sondern auch das Bewusstsein für Wasser als Lebensraum gestärkt.

Damit ist der Park mehr als nur eine Grünfläche – er ist ein Beispiel dafür, wie Städte in Zukunft lebenswerter und nachhaltiger gestaltet werden können.

Was ich an der Queich vorhabe – und warum

Die Queich ist nicht nur Geschichte und Gegenwart – sie soll auch in Zukunft aktiv erlebbar werden. Für die geplante Kurz-Dokumentation, die ich selbst konzipiere, möchte ich den Fluss von der Quelle bis zur Mündung begleiten und zeigen, wie schön, vielfältig und lebendig die Queich ist.

Zusätzlich plane ich, eine kleine Müllfalle aufzustellen, um Verschmutzungen zu dokumentieren, und eine dauerhafte Messstation zu installieren, die Wasserwerte und weitere Parameter aufzeichnet – eine Art Frühwarnsystem für das Gewässer.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit mit Schulklassen: Kinder sollen die Queich hautnah erleben, ihre Vielfalt entdecken und für den Umweltschutz sensibilisiert werden – durch regelmäßige CleanUps, Wasserproben und andere praktische Aktionen.

Diese Projekte zeigen: Lokales Handeln wirkt global, und jeder Beitrag zählt für den Schutz und die Wertschätzung unserer Gewässer.

Eine natürliche Müllfalle in der Queich – was hier landet, ist irgendwann im Meer.

Die „Digitale Erlebniswelt Queichwiesen“ – Natur, Geschichte und Technik verbinden

Ein ganz anderes, aber wunderbar passendes Projekt hat gerade offiziell begonnen: Die Digitale Erlebniswelt Queichwiesen. Sie macht die besondere Kulturlandschaft zwischen Landau und Germersheim ganzjährig digital erlebbar – und bringt Natur, Geschichte und moderne Technologien zusammen.  

Kern des Vorhabens sind rund 15 digitale Erlebnisstationen entlang von Rad‑ und Wanderwegen, die spielerisch Wissen über das historische Bewässerungssystem, die einmalige Flora und Fauna (zum Beispiel den Weißstorch) und die UNESCO‑Anerkennung der Queichwiesen vermitteln. Dazu kommen Virtual‑ und Augmented‑Reality‑Anwendungen, 360°‑Formate, Audio‑ und Videostationen sowie interaktive Karten und Spiele, die Menschen jeden Alters mit auf die Reise durch diesen faszinierenden Lebensraum nehmen wollen.  

Eine zentrale App verknüpft die Stationen, erklärt Zusammenhänge und macht die Landschaft noch verständlicher und erlebbarer – auch schon vor dem Besuch vor Ort. Außerdem sind digitale Infopunkte, eine neue Aussichtsplattform bei Offenbach und Besucherlenkung geplant, die helfen sollen, sensible Bereiche zu schützen und nachhaltigen Tourismus zu fördern.  

Dieses moderne Angebot, gefördert im Rahmen des EFRE‑Programms „Tourismus 4.0“, zeigt: Die Queichwiesen sind nicht nur ein Stück lebendige Geschichte, sondern auch ein Ort, an dem Bildung, Naturerlebnis und Technik Hand in Hand gehen – und der für Einheimische wie Gäste immer neue Zugänge zur Landschaft eröffnet.  

Kurz-Doku „Das Meer beginnt hier”

Viele von uns glauben, Ozeanschutz fände nur an fernen Küsten statt – doch die Kurz-Doku „Das Meer beginnt hier“öffnet die Augen für eine unbequeme Wahrheit: Das Meer beginnt direkt vor unserer Haustür, an jedem Abfluss, jedem kleinen Bach und Fluss im Inland.

Im Film begleiten wir engagierte Menschen, die zeigen, wie unser täglicher Konsum und unsichtbares Mikroplastik die Lebensadern unseres Planeten schleichend vergiften. Die Queich, meine Heimat, dient dabei als konkretes Beispiel: Hier wird deutlich, wie lokale Aktionen, Müllsammeln, Naturschutz und nachhaltige Bewässerung unmittelbar wirken – und wie alles, was in den Fluss gelangt, schließlich das Meer erreicht.

Die Doku verbindet persönliche Verantwortung, Naturerleben und Bildung: Sie macht sichtbar, dass jeder Beitrag zählt, und inspiriert dazu, aktiv zu werden – lokal wie global. Visuell, emotional und informativ ergänzt sie das Erleben vor Ort und zeigt: Das Meer beginnt hier – an jedem Bach, an jedem Fluss.

Hier konnte ich im Rahmen der Kurz-Doku „Das Meer beginnt hier“ die Queich, meine Heimat und meine Arbeit vorstellen. Es war eine großartige Erfahrung und eine Möglichkeit, Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen.

Deshalb bin ich ein richtiges Queichkind – meine Wurzeln liegen hier, in der Pfalz, an der Queich, zwischen ihren grünen Wiesen und all den Geschöpfen, die diese Landschaft lebendig machen und ihre Geschichten erzählen.

Und genau hier beginnt für mich auch das Meer. Denn alles Wasser ist verbunden. Was hier in der Queich fließt, findet seinen Weg – über Rhein und Ströme – bis hinaus in die Ozeane. Der Schutz der Meere beginnt nicht erst an der Küste, sondern genau hier vor unserer Haustür. An der Queich.

Jeder Bach, jeder Fluss erzählt eine Geschichte.

Und diese Geschichte hier – die Geschichte der Queich – fängt gerade erst an.

Was du jetzt tun kannst – an der Queich und anderswo

Meeresschutz beginnt nicht am Strand, sondern an kleinen Flüssen wie der Queich.
Wenn du bis hierhin gelesen hast, kannst du mehr tun, als du vielleicht denkst:

  • Nimm beim nächsten Spaziergang an einem Bach oder Fluss eine Tüte mit und sammle den Müll ein, der dir begegnet.
  • Sprich mit Kindern, Freunden oder Kolleg:innen über den Satz „Das Meer beginnt hier” und schau dir mit ihnen die Kurz‑Doku zur Queich an.
  • Wenn du in der Region lebst: Mach mit bei CleanUps, Schulaktionen oder Projekten an der Queich – melde dich dafür gerne bei mir.
  • Achte beim Einkauf auf weniger Plastikverpackungen, besonders Folien und Einwegartikel, die später auf Feldern oder am Wasser landen können.
  • Teile diesen Beitrag oder die Doku mit jemandem, der glaubt, Meeresschutz fange erst an der Küste an.


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